DEUTSCHERDAMPFBOOTVEREIN e.V.
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Der   benötigte   Dampf   wird   bei   circa   10   bar   Überdruck   in   einem   Dampfkessel   erzeugt.   Dazu   werden Rauchrohr-    oder    Wasserrohrkessel    betrieben.    Der    Rauchrohrkessel    ist    wegen    seines    großen Wasserinhaltes   leicht   zu   beherrschen   und   wird   deshalb   als   gutmütig   bezeichnet.   Allerdings   ist   er schwer   und   benötigt   lange   Aufheizzeiten.   Bei   diesen   Kesseln   werden   die   heißen   Abgase   der Feuerung   durch   Rohre   geleitet,   die   vom   Wasser   des   Kessels   umspült   werden.   Beim   leichteren Wasserrohrkessel   ist   das   Prinzip   umgekehrt.   Hier   werden   die   wassergefüllten   Rohre   wie   bei   einer Heiztherme von den Verbrennungsgasen umströmt und erhitzt. In   allen   Booten   wird   die   Dampfanlage   über   Kondensation   betrieben,   was   bedeutet,   dass   der Abdampf   am   Ausgang   der   Dampfmaschine   in   einen   Kondensator   geleitet   wird,   dort   kondensiert der    Restdampf.    Dieses    Kondensat    wird    mit    Hilfe    einer    Vakuumpumpe    in    den    Kreislauf zurückgepumpt.   Es   entstehen   praktisch   keine   Verluste.   Oft   wird   mit   dieser   Restwärme,   die   im Abdampf noch enthalten ist, das Speisewasser über einen Wärmetauscher vorgewärmt. Gefeuert   wird   meist   mit   trockenem   Hartholz,   mit   Kohle   oder   Koks   und   vereinzelt   auch   mit   Öl,   ganz selten     mit     Gas.     Die     hohe     Verbrennungstemperatur     gewährleistet     eine     umweltfreundliche Verbrennung.   Angetrieben   von   der   Maschine   wird   üblicherweise   eine   Schraube,   seltener   findet man Schaufelräder als Heck- oder Seitenantrieb. Der   Rumpf   der   Boote   selbst   besteht   aus   Vollholz   oder   Sperrholz,   manche   aus   Kunststoff,   seltener aus     Stahl     oder    Aluminium.     Die     klassische     Form     ist     die     Verdrängerschale     möglichst     in Rundspantbauweise.   Die   Kunststoffschalen   sind   ebenfalls   den   klassischen   Formen   nachgebaut und ermöglichen eine Reduzierung des Gewichts. Viele   der   Dampfboote   sind   offene   Boote   (Schönwetterboote),   andere   haben   eine   Vorschiffkajüte oder eine Ganzkajüte, einige lediglich ein auf Stangen ruhendes Dach. Die   unterschiedlichen   Bauarten   sind   sehr   schön   auf   den   Fotos   zu   erkennen,   die   unter   der   Rubrik „Rückblicke“ zu finden sind.
Die Technik der Dampfboote :
Die   Dampfboote   sind   zum   Teil   historische   Originale   aus   der   Jahrhundertwende,   andere   wiederum in   aufwändiger   Kleinarbeit   dem   Original   nachempfundene   Replikate.   Sie   sind   zwischen   5m   und bis   ca   12m   lang   und   werden   von   Dampfmaschinen   mit   einer   Leistung   zwischen   2   und   10   PS angetrieben. Je   nach   dem   persönlichen   Geschmack   des   Eigners   werden   Einzylinder   -   oder   Mehrzylinder-   , Einfach-      oder      Verbundmaschinen      bevorzugt.      Wegen      des      hohen      Drehmoments      von Dampfmaschinen,   schon   bei   geringen   Drehzahlen,   genügen   diese   Leistungen   um   mit   den   Booten mühelos   die   sogenannte   Rumpfgeschwindigkeit   dieser   Verdrängerboote   zu   erreichen.   Je   nach Bootslänge   und   Bootsgewicht   liegt   die   Maximalgeschwindigkeit   zwischen   4   und   8   Knoten.   Dies entspricht circa 7 bis 14 km/h.
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